Für meinen Heimwettkampf in Heilbronn, hatte ich mir einiges vorgenommen. Vor allem im Profifeld mitzukämpfen – mit vollem Risiko. Seit diesem Jahr habe ich einen Wattmesser für das Fahrrad. Meine Trainingswerte zeigten mir, dass es durchaus realistisch ist vorne mithalten zu können. Damit entschloss ich nach dem Wettkampf in Cannes, mich für die Challenge Heilbronn zu melden.

Der absolute Heimwettkampf für mich. Auf der Radstrecke habe ich mich auf Strava schon als 17-Jähriger an den Bestzeiten von Ronny Schildknecht (3. Platz Heilbronn 2012) gemessen. Diesen Heimvorteil wollte ich nutzen. Das, was an Training gegenüber den Voll-Profis fehlt, wollte ich mit dem nötigen Risiko ausgleichen.

Trotz, dass das Semester wieder in vollem Gange war, lief das Training super und auch die letzten Laufeinheiten stimmten mich zuversichtlich. Ich hatte etwas Schiss vor dem Schwimmen und den ersten 30 Radkilometern, die relativ wellig auf der Bundesstraße entlang führten. „Was ist, wenn ich gleich hier abhängt werde?” Doch die Befürchtung war umsonst...

Zu meiner Freude konnte ich in der Führungsgruppe aus dem Wasser steigen. Und auch die ersten Radkilometer waren kein Problem. Mit der Windschattenregel von mehr als 20m Abstand zum Vordermann hat man bei starkem Gegenwind wohl doch etwas Windschatten. Den Abstand in der Gruppe regelgerecht einzuhalten war da mehr eine Frage der Konzentration als der Kraft. Als danach die Radstrecke selektiver wurde, konnte ich zeitweise selbst das Rennen in der Gruppe mitbestimmen – „die anderen auch mal unter Druck setzten”. Alles lief soweit bis dahin voll nach Plan. Wer viel riskiert braucht wohl auch den Tag, an dem der Körper auch alles hergibt und nicht blockiert. Wenn ich einbreche habe ich damit kein Problem, dann habe ich wenigstens alles gegeben. Doch was gegen Ende der Radstrecke und vor allem auf der Laufstrecke passierte war wohl das, was man eine schlechte Tagesform nennt.

Mir wurde schwindelig und mein Kopf brummte auf einmal. Doch die Ernährung war nicht das Problem. Die Gelflasche war so gut wie leer und getrunken hatte ich auch genug. Gefühlt hatte ich auch nicht überzogen.

Egal was ist und wie sehr ich einbreche, aufgegeben wird nicht. Aber am Sonntag war wohl so ein Tag an dem das die richtige Entscheidung war. Selbst nach Gehpausen und ordentlich Verpflegen ging das Schwindelgefühl und das Kopfweh nicht weg. Ich konnte sogar zügig laufen, doch mir war dabei immer noch schwindelig. Nach 10 km aufzuhören war wohl schon die richtige Lösung.

Rückblickend bin ich ziemlich enttäuscht. Das Ergebnis zählt ja schließlich und die Chance für eine super Platzierung war zum Greifen nahe. Doch andererseits weiß ich jetzt auch, dass ich in einem Weltklassefeld beim Schwimmen und auf dem Rad mithalten kann.

Ich möchte mich noch gerne bei allen bedanken, die mich am Streckenrand wie die Wilden angefeuert haben, so dass ich mir das Grinsen nicht verkneifen konnte! 
Nächstes Jahr gibt es einen neuen Versuch...